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Mazandaran

 

Seit den 1970er-Jahren gerieten einfache, archaisch wirkende Flachgewebe, wie das hier vorliegende Stück, in den Fokus avantgardistischer Teppichhändler und erste (falsch zugeschriebene) Kelims fanden Eingang in Sammlungen, wie zum Beispiel in die von Ignazio Vok. Erst 1998 identifizierte Parviz Tanavoli ihre Herkunft sicher als Mazandaran. Die häufig aus mehreren Bahnen zusammengesetzten leichten Kelims wurden auf Filz- oder Knüpfteppiche (Persisch ‚rufarshi’) gelegt oder dienten als Wandbehänge dazu, die Kälte abzuhalten.

Dieser hier vorliegende Mazandaran mit sehr weichem, angenehmem Griff ist das bis jetzt einzige bekannte rein seidene Exemplar dieser Gruppe. Wie die meisten Mazandarans ist er aus mehreren Bahnen, in diesem Fall dreien, zusammengesetzt. Das Feld ist einfarbig mit sedimentartig geschichteten Schattierungen, hier in Grau-Schwarz. Auf dem Foto wirkt der Grundton viel heller und bräunlicher, weil die Seide das Licht reflektiert. Die exzeptionellen roten Enden sind nicht angesetzt, sondern durchgewebt. Schon in safawidischer Zeit gab es in der Mazandaran Region eine Seidenproduktion, die bereits in niederländischen Handelsjournalen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erwähnt wurde. Trotzdem ist das Material für diese Art Flachgewebe vollkommen außergewöhnlich. Es könnte sich um ein besonderes Hochzeitstuch handeln, auf dem Geschenke drapiert wurden. Der Zustand des Stückes ist perfekt.

 

Mazandaran, Iran
Im Besitz von Herbert Bieler, Österreich

Alter: Ende 19. Jahrhundert
Format: 194 x 172 cm
Material: Seide
Zustand: perfekt, keine Restaurierungen

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