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Tekke Germesh

Dieser Tekke Germesch ist außerordentlich fein geknüpft. Mit 45 Knoten pro cm2 (450.000 Knoten pro qm) gehört er zu den feinsten bekannten turkmenischen Knüpfungen. Die Weißtöne sind aus Baumwolle, in der Bordüre und in den unteren dunkelblauen Elem-Motiven finden sich kleinere Partien aus Cochenille gefärbter Seide. Etwas erhaben wirken der Grund des Elems und verschiedene Details, die mit ungefärbter brauner Wolle geknüpft wurden.

Ein ähnliches Beispiel, das stilistisch später wirkt, findet sich bei Hoffmeisters „Turkmen Carpets“, Tafel 35, welches die überraschender Radiocarbondatierung AD 1489 -1605 (58.6%), AD 1613-1668 (40%) aufweist. Der vorliegende Germech ist vor 1800 zu datieren. Es ist schwierig, die Größe dieses Stückes in einer Abbildung zu vermitteln, es ist nur 70 cm breit. Die dreiseitige Bordüre mit den gedoppelten Widderhörnern ist winzig, so breit etwa wie eine 10 Cent (Euro) Münze.

Vorstellbar wäre, dass es als Aussteuerstück gefertigt wurde mit der Funktion, symbolisch vor der Außenwelt zu schützen. Jedenfalls wird behauptet, dass der Germesch als Schürze unterhalb des Engsis im Jurteneingang hing. Dieses Stück gehört zu der erlesenen kleinen Gruppe turkmenischer Knüpfwerke, die vom Alter her komfortabel auf vor 1800 eingeordnet werden kann.

 

Tekke Germesch, Turkmenistan
Im Besitz von Andy Lloyd, UK

Alter: vor 1800
Format: 70 x 25 cm
Knotendichte: 45 / cm2
Zustand: gewaschen, unrestauriert

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