0082-Gabbeh

Gabbeh Westpersien

Der Stamm der Gaschghai ist berühmt für seine feinen repräsentativen floralen Teppiche. Doch Alltags wurden im schwarzen Zelt der Nomaden die hochflorigen Gabbehs benutzt. Sie erfüllen ihre Aufgabe während der harten Zeit der Wanderung, im Winterlager oder auch als Zudecken. Ursprünglich, so wird es in der Literatur angegeben, wurden Gabbehs von den Luren geknüpft. Die wärmenden Teppiche wurden jedoch von verschiedenen persischen Stämmen übernommen, die den rauen klimatischen Bedingungen des Zagros-Gebirges ausgesetzt waren.

Dieser Gabbeh der Gaschghai ist aus bester Wolle geknüpft. Zwischen den Knotenreihen liegen mehrere Schussreihen, sodass der Flor wie bei einem Tierfell anliegt und im Griff weich ist. Das Muster und der Bildaufbau sind an sich klassisch. Die Gestaltungselemente sind jedoch in genialer Weise auf das Grundsätzliche vereinfacht. Es gibt die reziproke Hauptbordüre mit einer einfarbigen Umrandung. Zwickel betonen und vermitteln die Ecken des Feldes, auf dem zwei Großmedaillons in Rautenform liegen. Dieser Gabbeh ist in seiner kraftvollen Klarheit ein Meisterstück seiner Gattung.

Besitzer: Herbert Bieler, Wien
Format: 194 x 131 cm
Alter: 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Zustand: sehr gut
Grundgewebe: Wolle
Flor: Wolle